Letztes Jahr habe ich bei meinen Spaziergängen die Holunderblüten bewundert.
Während sie vergangenes Jahr genau während meines Urlaubs verblüht sind und sich an ihrer Stelle kleine saftige Holunderbeeren entwickelt haben – diese hatten leider ebenfalls bei meiner Rückkehr die beste Zeit hinter sich – war mein Timing in diesem Jahr ein besseres. Je nach Standort kann man momentan dunkle gereifte Beeren finden oder muss an manchen Orten sogar noch ein wenig Geduld aufbringen.
Je nach Witterung sind Houlunderbeeren zwischen August und September erntereif. Auch hier gilt, wie bereits bei den Blüten, gepflückt werden können sie als Dolde, wenn an dieser alle Beeren komplett gefärbt sind.
Da sie schnell verderblich sind, findet man sie in keinem Supermarkt, sondern muss selbst sammeln gehen.
Und nur um einmal kurz den Klugscheißer raushängen zu lassen…botanisch gesehen handelt es sich gar nicht um Beeren sondern um Steinobst!
So, jetzt aber wieder zurück dazu, was man mit den aromatischen Früchten anstellen kann.
Die schwarz-roten Beeren werden gerne zu Saft, Likör oder Marmelade verarbeitet.
Gesundheitliche Aspekte
Da in ihnen cyanogene Glykoside enthalten sind, ist es wichtig die Früchte immer zu kochen, da sie roh verzehrt giftig sind und zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Atemproblemen führen können.
Die gegarten Beeren hingegen sind unbedenklich und gelten im Gegenteil sogar bereits seit der Antike als heilend. Im antiken Griechenland wurden die Beeren als harntreibendes und abführendes Mittel verwendet. Später wurde Holunder ebenfalls zum Senken von Fieber oder bei Infekten der Atemwege eingesetzt. Die Beeren weisen einen hohen Vitamin C-Gehalt auf und wirken dadurch antiviral und unterstützen das Immunsystem.
Die Beeren sind aber nicht nur gesund, sondern auch noch lecker. Sucht man nach passenden Rezepten, findet man heraus, dass sie meistens für Süßspeisen genutzt werden.
Ich hingegen nutze sie gerne für salzige Speisen indem ich aus ihnen ein Kompott koche, das ich zu Vorspeisen oder Hauptgängen reiche.
Zum Beispiel für dieses:
Lamm | Holunderbeere | Mandel | Pfifferlinge | Spätzle
Das Lamm bietet den kräftigen Beeren einen ebenbürtigen Partner.
Mandeln und Pfifferlinge runden das Gericht mit ihren erdigen, nussigen Aromen ab, in dem sie das süß-saure Kompott einfangen.
Die Spätzle saugen die Flüssigkeit der Beeren auf und verleihen dem Gericht eine Cremigkeit, die den Crunch der gerösteten Mandeln als Gegenpart hat.

