Die ersten beiden Monate des neuen Jahres liegen hinter uns. Die kalten und dunklen Wintertage werden endlich von den ersten Vorboten des Frühlings verdrängt. Doch mit dem Blick in den Kalender fällt auf, dass durch den Alltag noch etwas verdrängt wurde…all die Vorsätze, die wir uns für das neue Jahr gesetzt hatten.
Ende Januar habe ich noch ganz optimistisch gedacht, dann geht es mit der Umsetzung halt einen Monat später los. Doch jetzt Ende Februar, blicke ich schon zweifelnder und selbstkritischer darauf. Geht euch das auch so?
Doch vielleicht eine kleine Beruhigung vorweg, es ist völlig normal, dass wir nur schwer aus unseren üblichen Gewohnheiten herauskommen. Seid also nicht zu vorwurfsvoll mit euch selbst. Erleben wir stressige Zeiten, reagiert der Körper ganz automatisch, quasi ein Automatismus zum Selbstschutz, der seid Urzeiten in uns verankert ist. Denn wenn der Säbelzahntiger vor einem stand, hatte man keine Zeit darüber nachzudenken, ob das Feuer gelöscht oder das Wildschwein durchgebraten ist, die Instinkte sendeten das klare Signal auf Flucht aus.
Nur, dass heute der Säbelzahntiger, eher der Druck machende Chef und das Wildschwein, die Schokolade im Kühlschrank ist. Haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, in stressigen Situationen zur Schokolade zu greifen, werden wir das nach einem stressigen Arbeitstag ganz natürlich und ohne nachzudenken tun. Oder statt zum Sport zu gehen, werden wir uns aufs Sofa setzen und Netflix anschalten. Unser Körper ist darauf programmiert uns in stressigen Situation zu entlasten und Gewohnheitsentscheidungen ganz ohne nachdenken zu treffen. Möchten wir unsere Verhaltensweise jedoch verändern, bedarf es Aufmerksamkeit. Doch auch die alleine ist nicht die Lösung für alles. Doch mit ein paar kleinen Anpassungen und Hilfestellungen kann es dennoch gelingen unser Leben zu verändern und unsere gefassten Vorsätze umzusetzen.
4 Tipps um unsere Vorsätze in Zukunft erfolgreich umzusetzen
1.Selbstbeobachtung/Selbstreflexion: Etwas in seinem Leben zu verändern, bedeutet auch, sich mit sich selbst und seinen bisherigen Gewohnheiten auseinander zu setzen. Nur wenn man Störfaktoren oder negative Emotionen ausmacht, gelingt es uns an ihnen zu arbeiten. Das setzt voraus, dass wir uns Zeit für uns selbst nehmen. Und wer jetzt denkt, Zeit ist ja gerade das Problem, die habe ich nicht, wer die richtigen Fragen kennt, die er sich stellen muss, kann mit kleinem Aufwand Großes erreichen. Denn hauptsächlich geht es um diese 3 Fragen:
1- Was will ich: Manchmal setzen wir uns Ziele ohne, dass uns der wirkliche
Beweggrund klar ist. Möchte ich nicht mehr meine Abende damit verbringen durch
Instagram zu scrollen, weil ich die Zeit für ein gutes Buch nutzen möchte, weil mir
ernsthafte Gespräche mit meinem Partner fehlen oder weil es mir nach den
Vergleichen mit Influencern immer schlecht geht, sind drei vollkommen
verschiedene Beweggründe, die für die Umsetzung jedoch einen großen
Unterschied machen, weil sie einem auch die Alternative vorgeben können.
2- Für wen will ich es: Manchmal setzen wir uns Ziele, weil wir das Gefühl haben,
dass es die Menschen um uns herum oder die Gesellschaft so erwartet. Weil wir so
sehr in den Strukturen unseres Umfeldes und Alltags eingeflochten sind, merken
wir dies jedoch nicht und wundern uns, warum wir erfolglos bleiben. Denn selbst,
wenn wir das selbe Ziel haben, kann uns der unterbewusste Druck
davon abhalten es zu erreichen. Ist da zum Beispiel der Gedanke, abzunehmen,
weil der Partner durch die Blume geäußert hat, dass man schon mal schlanker war
oder möchte man Gewicht verlieren um sich wieder wohl in seiner Haut zu fühlen,
gesund zu leben UND für den Partner attraktiv zu sein, handelt es sich um das selbe
Ziel, aber die Zielperson ist eine andere. Tue ich etwas für jemand anderen, wird
sich bewusst oder unbewusst zu verschiedenen Zeiten immer ein gewisser
Widerwille zeigen, der kurzfristige Erfolge zunichte macht, tue ich es jedoch für mich
selbst, ist die intrinsische Motivation ein viel stärkerer Antrieb etwas zu verändern
und durchzuziehen.
3 – Warum habe ich es bisher nicht geschafft: Man kann ein Ziel erfolgreich
verfolgen und dann plötzlich kommt man aus dem Tritt und verfällt wieder in alte
Muster. Passiert dies, ist es wichtig zu analysieren, was in den Momenten anders
war. Was sind die Punkte, die uns unsere Ziele vergessen lassen. Ist es der Stress
eines Moments, ist es eine Emotion, wie Ärger oder Traurigkeit oder ist es ein
Treffen mit Freunden, die die eigenen Ziele nicht verfolgen. Machen wir diese
Punkte aus, können wir uns darauf vorbereiten in dem wir für diese Momente
Vorkehrungen treffen. Esse ich immer Schokolade, wenn ich mich über meinen
Chef geärgert habe, hänge ich einen Zettel an den Kühlschrank, der mir sagt, dass
die Schokolade den Ärger nicht weniger macht. Es klingt banal, aber in dem
Moment, wo man den Zettel liest, wird man aus seinem emotionalen Film zurück in
die Wirklichkeit katapultiert und kann wieder selbstbestimmt Entscheidungen
treffen, statt sich der Gewohnheit hinzugeben.
Voraussetzung für zukünftige erfolgreiche Veränderung ist jedoch ungeschönte Ehrlichkeit zu uns selbst beim Beantworten dieser Fragen.
2.Zielsetzung: Habe ich mir die vorhergehenden Fragen beantwortet, kann ich mir daraus klare Ziele setzen. Klar bedeutet, dass ich mir nicht einfach vornehme abzunehmen, sondern das Ziel nach dem SMART-Prinzip konkret zu formulieren, es sollte daher spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein. Also zum Beispiel: Ich möchte bis Ostern in 4 Wochen 4kg abgenommen haben um wieder in meine Lieblingsjeans zu passen, wenn ich die Verwandtschaft besuche.
Realistisch und messbar schließen hier einen weiteren wichtigen Punkt mit ein, natürlich kann man sich hohe Ziele setzen, wie zum Beispiel 30kg Gewichtsverlust, doch sollte man diese in terminierte Teilschritte aufgliedern. Hierdurch ist der Erfolg noch immer messbar und sichtbar, doch gleichzeitig helfen die kleinen Erfolgserlebnisse auch dabei die Motivation aufrecht zu erhalten.
3.Selbstmitgefühl: Egal, wie sehr wir eine Veränderung erreichen wollen und wie konsequent wir unser Ziel verfolgen, kann es immer vorkommen, dass wir an einem Tag in alte Muster verfallen. In diesen Momenten ist es wichtig Selbstmitgefühl zu zeigen. Statt sich zu verurteilen, weil man gescheitert ist, die Hoffnung zu verlieren oder den Weg der Veränderung aufzugeben, sollte man gnädig mit sich sprechen. Jeder hat mal einen schlechten Tag, vielleicht sogar eine schlechte Woche, doch der Erfolg der Wochen davor wird dadurch nur selten vollständig zu Nichte gemacht. Und selbst wenn dieser Worst-case eintritt, heißt es freundlich zu sich sein, aus den Fehlern lernen, die oben genannten Fragen noch einmal für sich durchgehen und wieder zu starten. Erfolge werden selten gradlinig gefeiert, meistens sind diese von Rückschlägen, Kämpfen und wieder aufstehen geprägt.
4. Entspannung: So wie unsere Handlungen, verantwortlich für eine Veränderung sind, ist auch die Erholung, die wir uns zwischenzeitlich gönnen, wesentlich. Wenn unser Geist, genau so wie unser Körper, unter Dauerstress stehen, gibt es keine Weiterentwicklung und kein Wachstum. Erst die Regenerationsphasen ermöglichen dies. Im Sinne der Achtsamkeit, müssen wir die inneren Zeichen verstehen, die unser Körper uns gibt, denn entgegen dem, was unser stressiger Alltag uns manchmal glauben macht, haben wir diese Ruhephasen verdient und brauchen sie um bewusst unsere Ziele verfolgen zu können. Kein Sportler gewinnt, weil er jeden Tag von morgens bis abends trainiert, sondern weil er sich Momente zum Durchatmen gönnt in denen er mental und körperlich das Training verarbeitet und seinem Unterbewusstsein den Raum gibt daraus zu lernen und sich zu entwickeln.
Ich hoffe, diese Tipps motivieren euch für den Start in den neuen Monat, unterstützen euch bei euren Zielen und geben euch die Hoffnung, dass eure Vorsätze nicht bis Silvester in einer dunklen Schublade schlummern müssen.
